Verwaltung muss mit einer Stimme sprechen

Denkmalschutz verhindert langfristig die Weiterentwicklung des Alten Markts

 

 Zum heutigen Interview von Ulf Kämpfer und Doris Grondke in den Kieler Nachrichten und zu einer Entscheidung über den Denkmalschutz am Alten Markt in Kiel erklärt der Kieler CDU-Landtagsabgeordnete Tobias Loose, MdL:

 

„Ich finde es sehr befremdlich, dass die Kieler Stadtverwaltung in der Frage des Denkmalschutzes am Alten Markt in Kiel nicht mit einer Stimme spricht. Das Thema ist für die Entwicklung der Stadt zu wichtig, als dass sich die Verwaltung ein öffentliches Streitgespräch dazu leisten könnte. Ich erwarte von Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, dass er zusammen mit seiner Verwaltung einschließlich der Stadträte eindeutig Position bezieht. Wir haben in der Vergangenheit, wie zum Beispiel beim Flughafen oder beim Kleinen-Kiel-Kanal, genug Themen gehabt, wo Uneinigkeit die Entwicklung unserer Stadt behindert. Das muss die Verwaltung nicht fördern.

 

Bei allem Verständnis für Denkmalschutz und der Notwendigkeit, kulturelles Erbe zu schützen, halte ich die Entscheidung, die Pavillons am Alten Markt unter Denkmalschutz zu stellen für falsch. Der Marktplatz hat über viele Jahrhunderte immer wieder sein Gesicht verändert und spiegelt so auch städtebaulich den Wandel in unserer Stadt wider. Nun mit dem Denkmalschutz der Pavillons eine nicht einmal 50 Jahre alte bauliche Entscheidung für lange Zeit Mitten im Herzen der Kieler Altstadt zu zementieren, wird der Geschichte und Bedeutung des Alten Marktes nicht gerecht. Gerade auf Grund der Veränderungen im Umfeld werden so auch einer Weiterentwicklung des Quartiers Steine in den Weg gelegt. Insgesamt ist diese Entscheidung auch unglücklich, weil sie Zweifel an der Sinnhaftigkeit von Denkmalschutz insgesamt aufkommen lässt. Ich würde mir wünschen und mich dafür einsetzen, dass das Landesamt für Denkmalpflege diese Entscheidung noch einmal überdenkt.“

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