Mit A13 wird die Lohnlücke geschlossen

Zur Debatte im Landtag erklärt der Kieler Landtagsabgeordnete Tobias Loose, MdL:

Sehr geehrter Herr Landtagspräsident, 
sehr geehrte Damen und Herren, 
liebe Kolleginnen und Kollegen, 

heute ist ein ganz besonderer Tag für die Grundschullehrkräfte in diesem Land! Wir freuen uns sehr, dass eine Einigung bei der Anpassung der Vergütung der Grundschullehrer auf A13 in der Koalition gelungen ist und wir heute darüber debattieren. 

Grundschullehrer machen einen guten Job. Die Lohnlücke zwischen Grundschullehrkräften und anderen Lehrkräften wird in den kommenden Jahren geschlossen werden. Wir machen mit dieser Anpassung deutlich, dass wir die Arbeit von Grundschullehrern genauso schätzen wie die Arbeit von Lehrkräften anderer Schularten.

Ich möchte vor den Reden der Opposition noch einmal daran erinnern: Es war eine SPD-Bildungsministerin, die in der letzten Legislaturperiode wieder und wieder betont hat, dass juristisch keine Notwendigkeit besteht, A13 für Grundschullehrer einzuführen. Schlimmer noch, hier sogar gesagt hat, Grundschullehrer hätten kein A13 verdient, weil sie nur pädagogisch arbeiten.

Sie hätten spätestens 2015 die Chance gehabt, deutlich zu machen, dass Sie gleiche Besoldung für alle Lehrämter - egal welcher Schulart - haben wollen. Den Mut, das zu entscheiden, hatten Sie damals nicht. 

Dabei bleibt wieder einmal festzuhalten, dass andere Regierungen lange über Themen reden, die Jamaika-Koalition aber konkrete Lösungen auf den Weg bringt. Innerhalb eines Jahres ist es uns gelungen, das Thema mit einem konkreten Zeitplan zu lösen. Die Ministerin hat das ja gerade dargestellt. 

Erst seit der SSW und die SPD in der Opposition sind, gibt es von ihnen Haushaltsanträge, die die Angleichung der Grundschulvergütung auf A13 fordern. Sie haben Ihre Jahre der Regierungsverantwortung nicht genutzt. 

Wir stehen dafür, dass wir die angleichung der Vergütung auf A13 aus politischen Gründen nicht aus juristischen Gründen wollten.

Der Lehrerberuf an der Grundschule hat sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend verändert und ist deutlich komplexer geworden. 

Die Verlängerung der Ausbildung ist eine logische Konsequenz aus dieser Entwicklung, und spätestens damit ist eine höhere Vergütung absolut gerechtfertigt.

Daneben sei auch gerade in Richtung SPD darauf hingewiesen, dass von der Erhöhung alle Lehrkräfte profitieren werden. Sowohl neue Kollegen im Schuldienst als auch die erfahrenen Lehrkräfte. Das ist ja in der Vergangenheit bei Vergütungsanpassungen nicht selbstverständlich gewesen. 

Ab 2020 werden wir schrittweise die Erhöhung der Besoldung auf den Weg bringen und bis 2026 A13 für alle erreichen. Das ist auch finanzpolitisch verantwortbar, denn eines ist klar, Schleswig-Holstein ist als Konsolidierungsland kein reiches Land. Deshalb haben wir einen Weg gefunden, der das Ziel A13 erreicht, aber auch aus finanzieller Sicht tragbar ist. 

Bereits im kommenden Jahr werden wir die Besoldung der Schulleitungen, also der Schulleiter und deren Stellvertretung sowie der Studienleiter, für die Grundschulen erhöhen. Dies ist ein wichtiges Signal, um die Attraktivität von besonderen Funktionen im Grundschulbereich zu steigern. Das halte ich persönlich aktuell für noch dringender als die Anpassung aller Lehrkräfte auf A13. Denn, meine Damen und Herren, wir haben zunehmend Schwierigkeiten, Schulleitungen zu besetzen. Viele Stellen müssen mehrfach ausgeschrieben werden, bevor überhaupt eine Besetzung erfolgen kann. 

Daher müssen wir die Attraktivität der Stellen steigern. Die Attraktivität zeichnet sich nicht nur durch Vergütung, sondern auch durch unsere Wertschätzung für die verantwortungsvolle Arbeit aus. Mir persönlich ist es wichtig zu betonen, dass uns mehr als nur die Vergütung bei der Unterstützung von Lehrkräften umtreibt. 

Seit Beginn der Legislaturperiode arbeiten wir intensiv an der Stärkung der Grundschulen in Schleswig-Holstein. Unser Fokus ist dabei auf das Rund um Paket Grundschule und Lehrkräfte gerichtet. Deshalb wurde eine Lehrkräftebelastungsanalyse auf den Weg gebracht. 

Eine erste Maßnahme aus der Analyse ist ein Lärmschutzprogramm im Rahmen der Schulbausanierung, die durch das Land gefördert wird. 

Denn eines ist klar: Vergütung alleine wird uns beim Lehrermangel und der Attraktivitätssteigerung des Lehrerberufs nicht helfen. Das Thema müssen wir ganzheitlicher betrachten, das hat sich diese Regierung vorgenommen, dabei unterstützen wir sie gerne. 

Wenn Sie unserem Antrag zustimmen, werden Sie Teil eines von uns angestoßenen historischen Ereignis in der Wertschätzung für den Beruf der Lehrkraft in Schleswig-Holstein

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