Viele Fragen zur kommunalen Wohnungsbaugesellschaft in Kiel

Probleme liegen in den Flächen und Baukapazitäten

Im Rahmen der Zukunftssommertour informierte sich der Kieler Landtagsabgeordnete Tobias Loose auch über den Wohnungsbau in Kiel. Stationen waren unter anderem die Baugenossenschaft Mittelholstein und die Baustelle zur Errichtung eines Studentenwohnheims der Hermann Ehlers Stiftung. Außerdem fand eine Quartiersbegehung in Gaarden statt.

Dazu erklärt Tobias Loose: „Kiel braucht dringend weitere Wohnungen und das gerade im Bereich des sozialen Wohnungsbaus insbesondere für Familien, Studenten und Alleinerziehende. Die Pläne der Ampel-Kooperation im Kieler Rathaus, eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft zu gründen, erzeugen bei mir viele Fragezeichen. Die Probleme liegen nicht darin, Bauträger zu finden, um neuen Wohnraum zu schaffen. Wie am Anscharpark zu sehen, sind viele Baugenossenschaften dazu bereit. Es fehlen Bauflächen und ausreichend Baukapazitäten in der Baubranche, was aktuell zu erheblichen Kostensteigerungen führt.

 

Das Projekt der Hermann Ehlers Stiftung zeigt, dass auch Bauen für studentisches Wohnen von einem Träger in Kiel realisiert werden kann. Allerdings sind die Bearbeitungszeiten durch die Verwaltung enorm. 2011 haben die Planungen durch die Stiftung begonnen, bis 2015 endlich ein geeignetes Grundstück gefunden werden konnte. In den kommenden Wochen wird das Richtfest gefeiert. Über sieben Jahre für die Realisierung eines Bauprojekts für 200 Studenten sind eine unzumutbare Zeit. Es fordert der Stiftung viel Respekt ab, trotzdem an dem Ziel, ein Studentenwohnheim zu bauen, festgehalten zu haben. Zumal der Bau als Holzbau zusätzlich ein Leuchtturmprojekt für nachhaltiges Bauen in Schleswig-Holstein sein wird. Die Verwaltung in Kiel aber auch auf Landesebene muss schneller werden, um solche Projekte in angemessener Zeit umzusetzen. 

Es wird eine Illusion bleiben, dass die Stadt durch Wohnungsaufkäufe signifikant Mieten oder die Entwicklung von Stadtquartiere beeinflussen kann. Die notwendigen Kapitalmittel werden an anderen Stellen gebraucht. Wichtiger ist es, durch Baurecht und Erbpacht langfristig Einfluss zu nehmen. Ein Mittel ist die Quote für sozialen Wohnungsbau. Hier muss die Kieler Verwaltung bei Verhandlungen mit Bauträgern hart bleiben und das selbstgesteckte Ziel von 30 Prozent durchsetzen.“

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