Lehrerberuf aufwerten - Lehrergesundheit verbessern

Zur Debatte im Landtag erklärt der Kieler Landtagsabgeordnete und bildungspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Tobias Loose, MdL:

Zur Debatte im Landtag erklärt der Kieler Landtagsabgeordnete und bildungspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Tobias Loose, MdL:

Sehr geehrter Herr Landtagspräsident,
sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

mit Beginn dieser Legislaturperiode hat Jamaika deutlich gemacht, dass die Gesundheit und die Arbeitsfähigkeit von Lehrkräften für uns sehr wichtige Anliegen sind.

Deswegen haben wir auch direkt gehandelt. Anders als in der letzten Legislaturperiode, wo Maßnahmen angekündigt wurden, aber trotz Kritik der Verbände nichts passiert ist.

Uns geht es im Grundsatz darum die Wertschätzung des Lehrerberufs deutlich zu machen und der Aufgabe des Landes als Dienstherr gerecht zu werden.

Für die folgenden drei Aspekte steht unsere Landesregierung:

1. Uns ist es nicht egal unter welchen Umständen und Rahmenbedingungen Lehrkräfte arbeiten.
2. Wir wollen Lehrkräfte bei dem Thema Arbeitsfähigkeit und Gesundheit nicht alleine lassen.
3. Wir wollen dabei einen offenen Diskurs über die Situation und mögliche Verbesserungen.

Dieser Bericht ist dabei ein ganz wichtiges und transparentes Element, weil Probleme nicht unter den Teppich gekehrt werden, sondern auf den Tisch kommen. Dieses Vorgehen soll auch am Ende dazu führen, dass der Lehrerberuf noch attraktiver wird und wir in der Folge auch noch mehr Menschen für den Lehrerberuf gewinnen können.

Und das hilft uns am Ende auch bei der Verbesserung der Unterrichtsversorgung. Zum einen, weil mehr Gesundheit automatisch dazu führt, dass weniger Unterricht ausfällt, zum anderen, weil wir so auch den Lehrkräftemangel reduzieren können. Da Thema ist am Ende also eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten und verdient unse aller Engagement.

Diese Befragung, die erstmalig durchgeführt wurde, ist aber nur ein Bestandteil unserer Maßnahmen. Die Ergebnisse der Befragung bilden die Grundlage für ein wissenschaftlich basiertes Konzept zur Verbesserung des Gesundheitsmanagements an Schulen. Die Themen Termin- und Leistungsdruck, neue und zusätzliche Aufgaben, emotionale Belastung, Präsentismus sowie Führung sollen dort Bestandte sein und bauen direkt auf die Erkenntnisse der Befragung auf. Ich bin schon sehr gespannt auf diese Ergebnisse, weil ich erwarte, dass wir für Politik und Verwaltung nützliche Hinweise für weitere Handlungsschritte erhalten.

2019 wird es darüber hinaus einen Kongress zum Thema „Gesunde Schule“ geben. Dieser wird sich auch noch den offenen Fragen widmen, die sich bei der Studie ergeben haben.

Mittelfristig ist es auch wichtig, dass neben Lehrkräften auch Schülerinnen und Schüler in die Überlegung einer Gesunden Schule noch stärker eingebunden werden Ein Aspekt ist dabei mit Sicherheit auch das Thema Ernährung.

Eine kurze Würdigung der Studie: Das Bildungsministerium hat jede Lehrerin und jeden Lehrer in unserem Bundesland persönlich angeschrieben. Über 9000 Lehrkräfte haben sich beteiligt. Dies entspricht einer Quote von rund 30%. Eine sehr gute Teilnahme, wenn man bedenkt, dass die meisten Lehrkräfte noch nicht über eine E Mail-Adresse erreichbar sind. Die große Teilnahme macht das Ergebnis repräsentativ.

Zu den Ergebnissen: Zum Ersten haben 79 Prozent eine gute bis ausgezeichnete Gesundheit, zum Zweiten sind 72 Prozent mit ihrer Arbeit im Allgemeinen zufrieden und zum Dritten bewerten 90% das Gemeinschaftsgefühl in ihrem Kollegium positiv. Das sind Ergebnisse, die ermutigend sind. Selbstverständlich müssen wir auch hier an einer Verbesserung arbeiten, allerdings sind wir auf einem erfreulichen Niveau, mi dem man weiterarbeiten kann.

Große Belastungsfaktoren sind Lärm und Geräusche, Termin- und Leistungsdruck sowie zusätzliche Aufgaben. Themen, die nicht wirklich überraschen, die wir mit der angekündigten Studie uns auch noch genauer ansehen sollten, um Handlungen abzuleiten.

Dem Thema der Lärmbelästigung haben wir uns direkt angenommen und sieben Millionen Euro in das Landesprogramm zur Schulbausanierung eingespeist, um bereits erste Maßnahmen zu ergreifen.

Wichtig ist auch, auf einzelne Schularten zu gucken. An Förderzentren ist zum Beispiel Informationsmangel und Aufgabenunklarheit ein Problem. An Grundschulen gibt es zusätzlich ergonomische Belastungen durch Möbel.

Es gilt also, auch einzelne Schularten besonders zu betrachten.

Meinen besonderen Dank möchte ich unserer Bildungsministerin Karin Prien und der Landesregierung aussprechen. Sie setzen auf Wertschätzung und Unterstützung der Lehrkräfte und der Landesbeschäftigten insgesamt in unserem Land. Ich freue mich sehr, dass mit dieser ehrlichen und ja auch transparenten Befragung der Anfang gemacht ist.

Ich verspreche aber auch, wir haben heute nicht das letzte Mal über Lehrergesundheit gesprochen. Danke für die Aufmerksamkeit.

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