Digitalisierung darf vor unseren Schulen nicht Halt machen

Zur Debatte im Landtag erklärt der Kieler Landtagsabgeordnete und bildungspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Tobias Loose, MdL:

Zur Debatte im Landtag erklärt der Kieler Landtagsabgeordnete und bildungspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Tobias Loose, MdL:

Sehr geehrter Herr Landtagspräsident,
sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Thema Digitalisierung hat uns in diesen Räumlichkeiten schon häufig besc Ich denke, wir sind uns alle einig, dass Digitalisierung vor unseren Schulen kein Halt machen darf.

Bereits in der vergangenen Legislaturperiode wurden Anstrengungen unternom unsere Schulen vorzubereiten. Klar ist, dass die Aufgabe insgesamt riesengroß Die Landesregierung hat ein ganzes Bündel an Maßnahmen für die Digitalisier von Schulen bereits auf den Weg gebracht.

Dazu gehört die Schulverwaltungssoftware, über die wir in Schleswig-Holstein lange sprechen, nun aber endlich die Umsetzung beginnt. Gerade für das Them Schulstatistik und Datenerfassung wird dies ein Quantensprung sein, um nur ein Thema herauszugreifen.

Für die digitale Infrastruktur von Schulen werden wir weiter an IT Ausstattungsszenarien und Musterlösungen arbeiten. Gerade der Digitalpakt v Bundesebene kann uns dabei sehr helfen. Und über den Glasfaserausbau hab ja hier schon häufiger gesprochen.

Für das digitale Arbeiten in der Schule nimmt die Bildungsplattform „Schulporta langsam Formen an und wird den Unterricht bei uns durch einen digitalen Klassenraum signifikant verändern. Dazu gehört zum Beispiel auch die Einführ einer dienstlichen E-Mail von Lehrkräften.

Und dann geht es natürlich auch um die Lehrerausbildung, die insbesondere d IQSH im Blick hat.

Warum erzähle ich das? Weil allein das eine riesengroße Herausforderung ist. Allerdings sind dies alles nur begleitende Maßnahmen, um Digitalisierung im Klassenraum zu verankern.

Kernfrage beim Thema Digitalisierung ist der Bildungsauftrag der Schule in der digitalen Welt. Dazu empfehle ich jedem, der sich für das Thema interessiert die Lektüre des Strategiepapiers der KMK. In diesem Dokument findet sich die ganze Bandbreite der notwendigen Kompetenzen in der digitalen Welt wieder. Ich kann nicht alle Punkte darstellen. Möchte aber die großen sechs Themenfelder benennen:

1. Suchen, Verarbeiten und Aufbewahren – Wie filtere ich relevante Informationen? Wie bewerte ich Informationsquellen? Wie sichere ich Daten?

2. Kommunizieren und Kooperieren – Wie kommuniziere ich richtig? Wie teile ich Informationen? Welche Umgangsregeln gelten in einer digitalen Welt? Wie verändert sich Gesellschaftliche Teilhabe?

3. Produzieren und Präsentieren – Wie nutze ich neue Bearbeitungswerkzeuge? Wie präsentiere ich Inhalte? Welche rechtlichen Vorgaben zum Beispiel im Urheberschutz gibt es?

4. Schützen und sicher agieren – Wie bewege ich mich in einer digitalen Umwelt? Wie wird meine Privatsphäre geschützt? Wie schütze ich Gesundheit und die Umwelt?

5. Problemlösen und Handeln – Wie löse ich technische Probleme? Welche Werkzeuge muss ich einsetzen? Welche Defizite habe ich in der Anwendung und wie finde ich Lösungen? Wie kann ich Algorithmen erkennen und formulieren?

6. Analysieren und Reflektieren – Welche Wirkung haben Medien in der digitalen Welt? Welche wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen hat die Digitalisierung?

Diese Aufzählung macht deutlich, dass die Digitalisierung Einfluss auf alle Schulfächer hat. Und es wird uns noch länger beschäftigen diese technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen in allen Fachanforderungen angemessen zu würdigen.

Klar ist für uns aber auch, dieses Thema verdient ein eigenes Schulfach.

Zum einen in dem wir den Schulen die Möglichkeit geben das Profilfach „Informatik“ einrichten zu können. Zum anderen in dem die Landesregierung Informatik als Mangelfach anerkennt. Dies ist eine erste wichtige Grundlage, um mehr Informatiklehrer zu gewinnen.

Wir möchten Informatik begeisterten Schülerinnen und Schülern eine Profilstärkung, auch in Anbetracht des späteren beruflichen Werdegangs, ermöglichen. Deshalb beantrage ich Abstimmung in der Sache.

Viele Dank für die Aufmerksamkeit.

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